Wie nachhaltig ist Geflügelfleisch? Und warum spielen Proteine in unserer Ernährung eine so wichtige Rolle? Der neue Unterrichtsbaustein „Federleichte Ökobilanz“ erklärt genau das – einfach, praxisnah und mit zwei Arbeitsblättern für Deinen Unterricht.
Unterrichtsbaustein
Federleichte Ökobilanz: Nachhaltigkeit greifbar machen
von Saskia Troche
© IDEG
Nachhaltigkeit klingt oft groß und kompliziert. Doch im Unterricht wird das Thema schnell verständlich, wenn es an etwas Alltäglichem erklärt wird: an unserem Essen.
Genau hier setzt der neue Unterrichtsbaustein „Federleichte Ökobilanz“ an. Im Mittelpunkt stehen Geflügelfleisch, Proteine und Nachhaltigkeit. Die Schüler:innen lernen, warum Eiweiße für den Körper wichtig sind. Proteine helfen beim Aufbau von Zellgewebe und Muskeln. Sie unterstützen den Stoffwechsel und das Immunsystem. Gleichzeitig zeigt der Baustein, wie sich verschiedene Proteinquellen in ihrer Ökobilanz unterscheiden.
Besonders spannend: Geflügelfleisch wird im Material als vergleichsweise klimaeffiziente Fleischart vorgestellt. Hähnchenfleisch verursacht pro erzeugter Fleischmenge weniger Treibhausgas-Emissionen als Rind- oder Schweinefleisch und viele pflanzliche Lebensmittel. Gründe dafür sind das schnelle Wachstum der Tiere, eine gute Futterverwertung und ein geringerer Ressourcenaufwand. Auch der Flächenbedarf ist vergleichsweise niedrig.
Konsum vs. Verbrauch von Geflügelfleisch: Zahlen & Fakten
Auch konkrete Zahlen kommen nicht zu kurz. Auf den Betrieben dominieren Masthähnchen (89 Millionen) und Legehennen (58 Millionen). Ferner werden neun Millionen Puten (Truthähne) gehalten sowie 1,6 Millionen Enten und 450 000 Gänse (Zahlen von 2023). Jeder Deutsche verzehrt im Jahr durchschnittlich knapp 15 Kilogramm Geflügelfleisch. 1952 waren es noch 1,2 Kilogramm, 1978 bereits 10 Kilogramm. Heute macht Geflügel rund ein Viertel des gesamten Fleischverzehrs in Deutschland aus.
Und der Verbrauch? Der Gesamtverbrauch ist noch einmal deutlich höher. Für 2025 beläuft sich der „Pro-Kopf-Verbrauch“ auf 22,3 Kilogramm (2024: 20,9 kg). Dieser Wert enthält alle Nebenprodukte, die nicht vom Menschen gegessen werden. Sie stellen eine sehr wertvolle Ressource für andere Produktionsprozesse dar, zum Beispiel bei der Erzeugung von Futter für Haustiere. Beide Werte wachsen seit über 25 Jahren ungebrochen.
Der Baustein erklärt außerdem, warum Futter, Wasser, Fläche und Transportwege wichtige Rollen spielen. Hähnchen benötigen im Verhältnis zu ihrem Körperzuwachs weniger Futter als andere Nutztiere. Weniger Futter bedeutet: weniger landwirtschaftliche Fläche, weniger Energieeinsatz und weniger Transportaufwand. Auch heimische Verarbeitung und kurze Wege können helfen, Emissionen zu senken und Erzeugung transparenter zu machen.
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So kannst Du den Baustein einsetzen
Der Unterrichtsbaustein eignet sich für Geographie, Politik, Hauswirtschaft und Ethik. Er passt überall dort, wo Ernährung, Klima, Konsum oder Landwirtschaft Thema sind.
Die Lernziele sind klar: Die Schüler:innen benennen verschiedene Proteinquellen. Sie beschreiben Nachhaltigkeitsdimensionen. Sie vergleichen Lebensmittel nach CO₂-Fußabdruck, Wasserfußabdruck und Flächenbedarf. Und sie lernen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Genau das stärkt wichtige BNE-Kompetenzen: Wissen übertragen, Entscheidungen abwägen, Verantwortung übernehmen und Zukunftsideen entwickeln.
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Arbeitsblatt 1: Proteine im Alltag entdecken
Arbeitsblatt 1 holt die Schüler:innen direkt in ihrem Alltag ab. Sie schauen auf ihr Frühstück oder Pausenbrot und fragen: Welche Lebensmittel enthalten Proteine? Danach sammeln sie mindestens sechs Proteinquellen – tierische und pflanzliche. Anschließend überlegen sie, nach welchen Nachhaltigkeitsaspekten man Proteinquellen vergleichen kann.
Besonders gut: Die Kinder begründen selbst, warum Geflügel essenzielle Nährstoffe effizienter bereitstellen kann als andere Tierarten und pflanzliche Lebensmittel.
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Arbeitsblatt 2: Vergleichen, diskutieren, entscheiden
Arbeitsblatt 2 geht einen Schritt weiter. Zu vergleichen sind Hähnchenfleisch, Ei, Rindfleisch, Schweinefleisch, Tofu und Linsen. Alles dreht sich dabei um den CO₂-Fußabdruck, den Wasserfußabdruck sowie den Flächenfußabdruck. Danach diskutieren Schüler:innen in Rollen: als Landwirt:in, Tierhalter:in, Konsument:in, Tieraktivist:in oder Ernährungsberater:in.
Die Leitfrage lautet: Wie kann man den Proteinkonsum in Deutschland nachhaltiger gestalten? So wird aus Wissen echtes Denken und Entscheiden.
Hier geht's zu den zwei Arbeitsblättern!
Praktische Unterrichtshilfe
Noch mehr Material für Deinen Unterricht
Praktisch für Dich: Der Baustein enthält Links zu weiterführenden Materialien. Dazu gehört ein Hinweis auf das Umweltbundesamt zu ökologischen Fußabdrücken von Lebensmitteln.
Außerdem kannst Du der Unterrichtsbaustein „Was Geflügelfleisch so wertvoll macht“ ebenfalls ergänzend nutzen. So kannst Du das Thema Geflügel und Nachhaltigkeit in Deinem Unterricht noch weiter vertiefen.